Regenzeit

Warten, dass der Regen aufhört… [Foto: JZ, TZ, 02/2016]

Als ich klein war fand ich Regen immer doof. Regen in Deutschland war kalt, fies und ich musste drinnen spielen. Drinnen spielen war natürlich oft langweilig. Manchmal saß ich auch am Fenster und beobachtete den Regen. Dann war ich doch ganz froh, dass ich drinnen im „Warmen“  war.

Der Regen sah meist aus wie Nadeln, feine Tropfen die schräg herab regneten, beinahe aggressiv. Und es war wochenlang nur trist und grau.

Obwohl es so viele Weisheiten gibt, die Regen positiv darstellen konnte ich dem nie etwas Gutes abgewinnen.

Von dem Regen in tropischen Ländern habe ich gehört. Aber es einmal zu erleben ist einfach nur beeindruckend. Plötzlich öffnet sich der Himmel und es kommen Sturzbäche hinunter. Keine fiesen Nadeln sondern große dicke Tropfen, beinahe wie – Tränen.

Doch dies sind keine Tränen der Trauer sondern Tränen der „Freude“. Tränen des – Neubeginns.

Der ganze Boden wird durch den Regen aufgeweicht und innerhalb von Minuten ist das was vorher noch eine Straße war, zu einem Fluss geworden. Es blitzt und donnert nächtelang, doch  ich kann mich nun freuen. Es riecht nach Sommerregen, ein herrlicher – Geruch.

Straßen werden schwerer befahrbar, manchmal unpassierbar, doch irgendwo steht ein alter tansanischer Bauer unter einem Grasdach, lächelt und über seine Wange läuft eine dicke Träne. Tränen der „Freude“ darüber, dass Gott endlich Segen in Form von Regen auf sein Stück Land gesandt hat.

Wenn der Regenschauer aufgehört hat und alle wieder aus ihren Unterständen raus kommen, scheint die Sonne und das Leben geht weiter, nur dieses Mal scheint sie besonders hell auf die Spinnennetze die wie Diamanten – glitzern.

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Kategorie Blickrichtungen
Autor

Claudia ist eine wahre Powerfrau, jedem der ihr Herz gewinnt, hilft sie bis zum Umfallen.